Objekt des Monats – Oktober 2014

Phonolith – Gestein des Jahres 2014

aus den Geowissenschaftlichen Sammlungen

Der Phonolith ist ein vulkanisches, meist graugrünes alkalireiches Gestein und wurde vom Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) und der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften (DGG) zum Gestein des Jahres 2014 ausgewählt. Auch in den geowissenschaftlichen Sammlungen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sind Phonolithe vorhanden.

Phonolith aus Unterwiesenthal im Erzgebirge (Foto: Kirsten Grimm)

Der Name kommt aus dem griechischen "φωνή" phoné = Klang und "λίθος" lithos = Stein. Allerdings nannte man den Stein bis ins 18. Jahrhundert "Klingstein", da dünne Gesteinsplatten beim Anschlagen mit dem Hammer einen hellen Klang erzeugen. Die Phonolithe haben aber auch häufig Lokalnamen, beispielsweise Viterbit in Umbrien, Selbergit in der Eifel, Sommait am Vesuv bei Neapel in Italien und Katzenbuckelit im Odenwald.

Hauptbestandteil des Phonoliths sind Feldspäte (v.a. Sanidin, Alkalifeldspat) und sogenannte Feldspatvertreter (Nephelin, Leucit, Sodalith, Haüyn), die als Einsprenglinge in einer dichten, feinkörnigen Grundmasse auftreten. Phonolithe enthalten keinen Quarz. Unter dem Mikroskop erkennt man, dass die Grundmasse aus vielen kleinen leistenförmigen Kristallen, den Feldspäten, besteht.

Phonolith entsteht als vulkanisches Gestein bei Intraplattenvulkanismus. Phonolithisches Magma wird dabei oft durch explosiven Vulkanismus an die Erdoberfläche gefördert und bildet pyroklastische Ablagerungen, Lavaströme, Dome und oberflächennah erstarrte Gänge und Intrusionen.

Phonolithe sind häufig mit basaltischen Gesteinen vergesellschaftet, aber das phonolithische Magma ist zähflüßiger. Daher bilden sich bei phonolithischem Magma eher Staukuppen und Schlotfüllungen anstelle von Lavaströmen. Dieser morphologische Unterschied ist in der Rhön zu beobachten: die Basalte haben große Flächen ausgebildet, die Phonolithe dagegen zeigen sich als freigelegte Vulkanschlote.

Ähnlich wie basaltische Gesteine zeigt Phonolith häufig säulige Abkühlungsstrukturen, meist ist er durch eine plattige Ausbildung charakterisiert. Diese Absonderung von dünnen Gesteinsplatten ist durch die Einregelung von Kristallleisten in Fließrichtung des vor seiner Abkühlung noch flüssigen phonolithischen Magmas entstanden.

Phonolithe treten in Mitteleuropa in Gebieten mit tertiärem Vulkanismus auf. In Deutschland sind Phonolithe deshalb in der Rhön, im Hegau, in der Eifel, im Kaiserstuhl und im Erzgebirge sowie in der Oberlausitz zu finden. Weitere bekannte Vorkommen sind das Zentralmassiv in Frankreich, der Devils Tower in Wyoming in den USA, im Bereich des Ostafrikanischen Grabenbruchs und auf den Kanarischen Inseln.

Phonoltih wird hauptsächlich für Schotter und Splitt verwendet, gelegentlich auch als Werkstein (z.B. Grabsteine). Als Zuschlagstoff findet Phonolith Verwendung für die Glas- und Baustoff- sowie die Futtermittelindustrie. Am Kaiserstuhl wird Phonolith als Rohstoff für anorganischen Fango genutzt. Gelegentlich werden aus Phonolithen Steinstäbe für Lithophone (Gesteinsxylophone) gefertigt.

Der aus pyroklastischen Ablagerungen entstandene Phonolithtuff wird aufgrund seiner porösen Struktur als Leichtbaustein eingesetzt. Er lässt sich leicht formen und sägen und findet deshalb auch Verwendung für Bildhauerarbeiten.

Prof. Dr. Kirsten Grimm

 

Literatur (Auswahl)

Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg.

Hochleitner, Ruppert ( 2010): Welcher Stein ist das? Kosmos Naturführer. Stuttgart.

www.gestein-des-jahres.de: Gestein des Jahres 2014 – Phonolith.