Altorientalistische Lehrsammlung

Zahlreiche Originalabgüsse, vor allem aus dem Vorderasiatischen Museum Berlin, sind Bestandteil der Altorientalistischen Lehrsammlung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Es handelt sich um Zeugnisse der frühen Kulturen des Zweistromlandes (Sumerer, Babylonier, Assyrer) aus der Zeit von etwa 3200 v. Chr. bis zur Zeitenwende. In diesen spiegeln sich alle Facetten des gesellschaftlichen Lebens wider: Königliche Bau- und Weihinschriften, Wirtschaftsurkunden, wissenschaftliche Texte, wie zum Beispiel lexikalische Listen und Sterndeutungen, Briefe und Literatur, darunter das weltbekannte Gilgamesch-Epos.

Für all diese Texte wurde das für den Alten Orient wichtigste Schriftsystem verwendet: die Keilschrift. Der sogenannte Keil entstand, indem der Griffelkopf des Schreibwerkzeugs in den feuchten Ton eingedrückt wurde. Manche Tontafeln konnten mit individuellen Siegelabrollungen versehen sein, um die Authentizität des Besitzers zu gewährleisten.

Die Sammlung zeigt neben Tontafeln auch in Stein gemeißelte, mit bildlichen Darstellungen versehene Inschriften, die sich am Schrifterscheinungsbild der Tontafeln orientierten.

 

Exponate der Altorientalistischen Lehrsammlung (Auswahl)

Übersicht der Keilschrifttexte (Foto: Thomas Hartmann, Universitätsbibliothek Mainz) Tontafel aus dem Archiv des Kaufmanns Pūšu-kēn (Foto: Thomas Hartmann, Universitätsbibliothek Mainz) Tonfässchen: Bauurkunde des Assurbanipal über die Renovierung der babylonischen Stadtmauer (Foto: Thomas Hartmann, Universitätsbibliothek Mainz) Keilschrifttafel mit Gilgamesch-Epos (Foto: Monika Gräwe, Arbeitsbereich Digitale Dokumentation) Gründungsurkunde für den Bau eines Tempel (Foto: Monika Gräwe, Arbeitsbereich Digitale Dokumentation) Lexikalische Liste, sog. Wörterbuch (Foto: Monika Gräwe, Arbeitsbereich Digitale Dokumentation) Gründungsurkunde in Form eines Tonfässchens (Foto: Monika Gräwe, Arbeitsbereich Digitale Dokumentation) Verwaltungsurkunde über Agrarprodukte (Foto: Monika Gräwe, Arbeitsbereich Digitale Dokumentation) Keilschrift mit Verwaltungsurkunde über die Musterung von Eseln (Foto: Monika Gräwe, Arbeitsbereich Digitale Dokumentation) Gründungsurkunde mit Weihinschrift des Gudea (Foto: Monika Gräwe, Arbeitsbereich Digitale Dokumentation) Landschenkungsurkunde (Kudurru): Belehnungsszene zwischen König Marduk-apla iddina II. (721–711 v. Chr.) und einem Tempelfunktionär (Foto: Monika Gräwe, Arbeitsbereich Digitale Dokumentation) Bauurkunde des Ur-namma (Foto: Monika Gräwe, Arbeitsbereich Digitale Dokumentation) Landschenkungsurkunde (Kudurru), Fragment (Foto: Monika Gräwe, Arbeitsbereich Digitale Dokumentation) Landschenkungsurkunde (Kudurru) aus der Regierungszeit von Sargon II. (721–705 v. Chr.) (Foto: Monika Gräwe, Arbeitsbereich Digitale Dokumentation) Landschenkungsurkunde (Kudurru) aus der Zeit des Königs Nabu-schuma-ischkun (um 760–748 v. Chr.) (Foto: Monika Gräwe, Arbeitsbereich Digitale Dokumentation) Bauurkunde des Adad-nirari I., beidseitig beschriftet (Foto: Monika Gräwe, Arbeitsbereich Digitale Dokumentation) Siegelabrollung: Kampfszene, Akkadzeitlich (etwa 2350 und 2180 v. Chr.) (Foto: Monika Gräwe, Arbeitsbereich Digitale Dokumentation) Siegelabrollung: Kampfszene, Akkadzeitlich (etwa 2350 und 2180 v. Chr.) (Foto: Monika Gräwe, Arbeitsbereich Digitale Dokumentation) Siegelabrollung: Einführungsszene, Altbabylonisch (etwa 1800-1600 v. Chr.) (Foto: Monika Gräwe, Arbeitsbereich Digitale Dokumentation) Siegelabrollung: Bogenschützen und Mischwesen, Neuassyrisch (etwa 730-600 v. Chr.) (Foto: Monika Gräwe, Arbeitsbereich Digitale Dokumentation)