Botanischer Garten

Auch der Pflanzenbestand des Botanischen Gartens zählt zu den wissenschaftlichen Sammlungen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er umfasst etwa 9.000 verschiedene Pflanzenarten und -sorten aus fast allen Regionen der Erde, deren Herkunfts- und Sammlungsdaten exakt dokumentiert werden. Die Aufnahme und Weitergaben von Pflanzen erfolgt im Sinne der Biodiversitätskonvention (CBD) und unter strenger Beachtung nationaler und internationaler Artenschutzbestimmungen (CITES). Ziel des Botanischen Gartens ist es, zur Erforschung und Erhaltung der Pflanzenvielfalt der Erde beizutragen. Dazu unterstützt der Garten mit seinen Sammlungen in vielfältiger Weise Lehrveranstaltungen und Forschungsprojekte im Fachbereich Biologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, aber auch in anderen Fachbereichen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen.

Das Gartengelände hat eine Größe von etwa 90.000 Quadratmetern und umfasst neben dem großen Freilandbereich und dem Gewächshausareal noch die Biologische Abteilung im Innenhof der alten Naturwissenschaftlichen Fakultät sowie den Gesteinsgarten (Alpinum) an der Einfahrt Albert-Schweitzer-Straße. Schwerpunkte der Sammlungen sind das große Arboretum, das zu den artenreichsten Gehölzsammlungen in Deutschland zählt, eine naturnahe Nachbildung der Mainzer Sand-Flora, europäische Steppenpflanzen sowie die große Systematische Abteilung, in der die Pflanzen nach verwandtschaftlichen Kriterien, basierend auf molekularen Stammbäumen, gruppiert sind. Im Gewächshausbereich wird den tropischen Nutzpflanzen besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Der Botanische Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wurde im Jahr 1946 zunächst als reiner Forschungs- und Lehrgarten von Prof. Dr. Wilhelm Troll gegründet. Neben seinen Aufgaben in Forschung und Lehre engagiert sich der Garten mit der Grünen Schule heute in starkem Maße in der Bildungsarbeit. Und durch Erhaltungskulturen (ex situ) gefährdeter einheimischer Wildpflanzen leistet er einen wertvollen Beitrag zur Bewahrung der Biologischen Vielfalt. Der Botanische Garten ist aber auch ein Ort der Entspannung und Muse auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Besucher sind herzlich willkommen!

 

Exponate des Botanischen Gartens (Auswahl)

(Foto: Thomas Hartmann-Universitätsbibliothek Mainz) (Foto: Thomas Hartmann-Universitätsbibliothek Mainz) Didierea trollii, ein bizarres Gewächs aus den Dornbusch-Wäldern im Südwesten Madagaskars, blühte 2013 erstmals im Sukkulenten-Gewächshaus. (Foto: Ralf Omlor) Der Taschentuchbaum, Davidia involucrata, lieferte die Vorlage für das Logo des Botanischen Gartens der JGU. Er steht stellvertretend für die große Vielfalt der Bäume und Sträucher im Arboretum. (Foto: Ralf Omlor) Die Bitterorange oder Pomeranze, Citrus x aurantium, gilt als die älteste Pflanze im Botanischen Garten der JGU. Die Kübelpflanze ist wohl mehr als 150 Jahre alt. (Foto: Ralf Omlor) Averrhoa bilimbi, der Gurkenbaum, ist Teil der großen Sammlung tropischer Nutzpflanzen. (Foto: Ralf Omlor) Utricularia vulgaris, eine einheimische fleischfressende Wasserpflanze, wächst in den Wasserbecken der Biologischen Abteilung. (Foto: Ralf Omlor) Die Rimu-Harzeibe, Dacrydium cupressinum, ist eine der ältesten lebenden Baumarten. Sie stammt aus den Regenwäldern an der Westküste Neuseelands und wurde von Georg Forster erstmals wissenschaftlich beschrieben. (Foto: Ralf Omlor) Onosma arenaria, die Sand-Lotwurz, kommt in Deutschland nur im Naturschutzgebiet Die Riesige Pfeifenwinde, Aristolochia gigantea, zählt zu den vielen blütenbiologischen Besonderheiten im Botanischen Garten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. (Foto: Ralf Omlor)